Eck: Gemeinsam für eine nachhaltige Wärmeversorgung
In Eck bei Jetzendorf hat eine Dorfgemeinschaft ihre Vision von einer eigenen Wärmeversorgung verwirklicht
Heute versorgt die Energiegenossenschaft Eck eG 32 Haushalte mit regional erzeugter Wärme aus Holzhackschnitzeln. ENERPIPE unterstützte das Projekt bei der Planung und Umsetzung des Nahwärmenetzes.
Was im Frühjahr 2022 mit einer Idee bei einer Dorfrunde begann, ist heute Realität: In Eck, einem Ortsteil der Gemeinde Jetzendorf, versorgt ein modernes Nahwärmenetz 32 Haushalte mit erneuerbarer Wärme. Hinter dem Projekt steht die Energiegenossenschaft Eck eG, die von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet wurde und das Vorhaben gemeinsam Schritt für Schritt umgesetzt hat.
Den Anstoß für das Projekt gaben Markus Spennesberger und Rudi Breitsameter. Sie informierten die Dorfbewohner, tauschten sich mit Betreibern bestehender Nahwärmenetze aus und entwickelten gemeinsam ein Konzept für die Wärmeversorgung. Nach der Prüfung der Wirtschaftlichkeit mit dem Genossenschaftsverband Bayern wurde am 26. Juni 2023 die Energiegenossenschaft Eck eG gegründet.
Für die Planung und Realisierung des Wärmenetzes holte sich die Genossenschaft ENERPIPE als erfahrenen Partner an ihre Seite. Projektleiter Andreas Haubner begleitete das Vorhaben von der Planung bis zur Umsetzung. Zum Einsatz kam das bewährte FibreFLEX Rohrsystem, das speziell für den effizienten Bau moderner Nah- und Fernwärmenetze entwickelt wurde.
1.642 Meter Wärmenetz für 32 Haushalte
Im Frühjahr 2025 begannen die Bauarbeiten. Insgesamt wurden rund 1.642 Meter Wärmeleitungen verlegt, davon 992 Meter Hauptleitung und 650 Meter Hausanschlussleitungen. Eine besondere Herausforderung war dabei die Verlegung der Leitungen entlang der Kreisstraße. Rund 999 Meter mussten dort verlegt und die Straße anschließend innerhalb weniger Wochen wieder hergestellt werden.
Die Wärmeversorgung erfolgt über zwei Hackschnitzelkessel mit jeweils 240 kW Leistung. Die eingesetzten Holzhackschnitzel stammen aus der Region und ermöglichen damit eine lokale und erneuerbare Wärmeversorgung. Die Hausübergabestationen sind mit Pufferspeichern ausgestattet und sorgen für eine bedarfsgerechte Wärmebereitstellung in den angeschlossenen Gebäuden.
Bereits im September 2025 konnte der erste Haushalt an das neue Wärmenetz angeschlossen werden. Bis Mitte November waren alle 32 Anschlussnehmer mit der neuen Wärmeversorgung verbunden.
Gemeinsam anpacken und Kosten sparen
Eine Besonderheit des Projekts ist die umfangreiche Eigenleistung der Genossenschaft. Rund 4.750 Arbeitsstunden wurden von Projektteam und Genossenschaftsmitgliedern eingebracht. Dadurch konnten nach Angaben der Energiegenossenschaft rund 350.000 bis 400.000 Euro an Projektkosten eingespart werden.
Neben dem Wärmenetz setzt die Energiegenossenschaft auch auf Sonnenenergie. Im November 2025 wurden zwei Photovoltaikanlagen installiert. Zusammen mit den PV-Anlagen auf den Häusern im Ort soll damit perspektivisch mehr Strom erzeugt werden, als in Eck benötigt wird.
Für die Bewohner bedeutet das neue Wärmenetz vor allem mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen. Nach Angaben der Energiegenossenschaft können künftig mehr als 100.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden. Gleichzeitig soll die Schadstoffbelastung in den Wintermonaten deutlich sinken.
Für ENERPIPE -Projektleiter Andreas Haubner ist das Projekt ein gelungenes Beispiel dafür, was mit engagierten Bürgern und einer konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichteten Planung möglich ist. Die Energiegenossenschaft Eck zeigt eindrucksvoll: Wenn ein Dorf gemeinsam anpackt, kann aus einer Idee innerhalb weniger Jahre eine zukunftsfähige Wärmeversorgung entstehen.
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